Zeit

Hallo ihr Lieben,

wo ist denn schon wieder die Zeit geblieben? In 2 Tagen fliege ich zurück nach Deutschland un bereits seit einigen Wochen verabschiede ich mich von liebgewonnenen Freunden. Am Dienstag Abend gibt es noch eine kleine Abschiedsparty mit Freunden und ich habe bereits jetzt das Gefühl, dass ich schon halb im Flugzeug sitze. Gleichzeitig möchte ich noch soe viele Dinge sehen, Fotos machen und alles irgendwie aufnehmen, damit ich auch keine Kleinigkeit vergesse.

Abschied nehmen fällt mir wie immer nicht leicht. Meine Mädels von Ladies First haben mich mit einem Geschenk bei unserem Konzert überrascht und auch als ich mich von meinen zwei Lieblingskollegen verabschiedet habe, sind ein paar Tränchen geflossen. Mir wurde bewusst, wie normal und alltäglich mein Leben hier für mich mit der Zeit wurde. Jetzt ist es (mal wieder) an der Zeit mein „altes“ deutsches Leben mit meinem „neuen“ amerikanischen Leben zu vereinbaren und das beste aus beiden Welten zu kombinieren.

Die letzten Wochen an der Uni waren stressig. Die letzten Hausarbeiten mussten geschrieben werden, Formulare eingereicht, hier ein Konzert und da eine Präsentation. Die ganze Arbeit scheint sich aber ausgezahlt zu haben. Noch fehlen mir zwei Noten aber es sieht so aus, als hätte ich mein persönlich gestecktes Ziel erreicht. Zusätzlich komme ich mit vielem neuen Wissen und anderen Perspektiven und Ideen nach Hause. Lesley hat mich in meiner Entscheidung Lehramt zu studieren bestätigt und mir geholfen diese Entscheidung zu reflektieren. Die eigene Lehrerpersönlichkeit und das stetige Lernen standen oft im Fokus und ich freue mich, meine ganzen Unterrichtsentwürfe in naher Zukunft mit Schülern auszuprobieren und zu verbessern.

Die vergangene Woche habe ich mit Natalie in Philadelphia und Washington D.C. verbracht. Philadelphia kann ich jedem ans Herz legen. Ich bin selten von einer Stadt so positiv überrascht worden. Das Viertel in dem wir gewohnt haben heißt Bella Vista und liegt am Italian Market. Viele kleine Geschäfte laden zum bummeln ein und dem kompletten Viertel findet man Kunst an den Hauswänden. Ich habe selten etwas so schönes gesehen. Ich werde in Zukunft bestimmt nochmal nach Philly reisen.

In Washington D.C. haben wir dann alle Touristenattraktionen abgearbeitet, bis uns die Füße gequalmt haben. Während einer Stadtführung haben wir viel über die Entstehung der Stadt und die Geschichte der Denkmäler erfahren. Rund um unser Hostel haben wir schöne Nachbarschaften entdeckt und unser kleines persönliches Highlight war der Zoo.

Morgen werde ich anfangen zu packen. Jeder der schonmal versucht hat 9 Monate in einen (oder auch zwei) Koffer zu packen, weiß wie ich mich fühle. Es ist quasi eine Sache der Unmöglichkeit und trotzdem klappt es am Ende irgendwie (also das hoffe ich zumindest bisher noch). Ich freue mich auf Zuhause aber momentan überwiegt der Abschiedsscherz. Viele Menschen, die mich auf meinem Weg hier begleitet haben, werde ich so bald nicht wiedersehen und Cambridge wird nie wieder so sein, wie ich es in diesem vergangenem Jahr kennen und lieben gelernt habe.

Dieser Post ist für meine Verhältnisse eher kurz und eher persönlich aber ich versuche durch diesen Blog meine Erfahrungen zu verarbeiten und gleichzeitig euch zu erklären, dass ein Auslandsjahr eine emotionale Achterbahnfahrt ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es einige Wochen und vielleicht auch Monate dauern wird, bis ich aus der Achterbahn aussteigen kann und möchte. Es gilt Deutschland und die USA in meinem Kopf und in meinem Herz in Einklang zu bringen.

Mit diesem Gedanken verabschiede ich mich ein letztes Mal aus den USA. Ich freue mich auf euch und hoffe, dass dieser Blog euch mein Leben als Austauschschülerin ein bisschen näher gebracht hat.

Marlene

PS: It is not a Goodbye – it’s a see you later!

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Genius Hour Projekt

Hallöchen ihr Lieben,

ich schreibe momentan an meiner letzten Hausarbeit für dieses Semester und in 10 Tagen sitze ich bereits im Flugzeug nach Frankfurt. Ist es zu glauben?

Heute möchte ich eine Website mit euch teilen, die ich gemeinsam mit zwei Kommilitonnen erstellt habe. Es geht um das Thema Inklusion und deren Umsetzung in Schulen. Vielleicht interessiert dieses Thema ja auch den ein oder anderen von euch. Wir haben viel Arbeit und Zeit in dieses Projekt gesteckt und hoffen, dass es den ein oder anderen inspiriert.

https://teachinginclusion.wordpress.com/

Schaut doch einfach mal rein!

Wenn meine Hausarbeit fertig ist, gibt es wieder einen ausführlichen Blogeintrag!

Ganz liebe Grüße,

Marlene

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Wo ist die Zeit geblieben?

Hallo ihr Lieben,

seit langem nehme ich mir nun endlich mal wieder die Zeit zu schreiben. Tut mir leid,  dass es so lange gedauert hat, aber die letzten Wochen (und Monate) sind einfach an mir vorbeigeflogen. Dieses Semester fing bei mir intensiver an als das letzte Semester und hat mich viel Kraft gekostet. Es war ungewohnt gleich mit 100% einzusteigen, anstatt noch eine kleine Schonfrist zu bekommen. Des Weiteren habe ich einen zweiten Job angenommen, der viel Zeit eingefordert hat. Aber ich versuche von vorne anzufangen.
Dieses Semester belege ich vier Kurse und jeden Donnerstag begleite ich einen Lehrer der 8. Klasse für ein Praktikum. Meine Kurse dieses Semester sind sehr interessant und ich bin froh über meine Wahl.
Mein erster Kurs ist Teaching, Learning and Social Responsibility. Hier lernen wir über das amerikanische Schulsystem, probieren verschiedene Aktivitäten für den Unterricht aus und arbeiten an Projekten, die wir mit unseren Schülern durchführen können. Mein zweiter Kurs ist Embracing Diversity. Der Fokus des Kurses liegt auf der Integration aller Schüler in den Klassen- und Schulverband. Wir besprechen, was wir als Lehrer tun können, damit sich alle Schüler im Unterricht wohlfühlen; wie wir verschiedene Kulturen, Sexualitäten, Religionen und andere Unterschiede einbinden und differenziert unterrichten. Mein dritter Kurs ist Sheltered English Instruction. Dieser Kurs ist für mich als zukünftige Lehrerin sehr sinnvoll, da es hauptsächlich darum geht, Schülern deren Muttersprache nicht Englisch ist, Englisch beizubringen. Hier lernen wir viele Strategien kennen, die das Sprachenlernen erleichtern können und sprechen über kulturelle Unterschiede, die das Lehren und Lernen betreffen. Mein letzter Kurs ist Concert Choir. Diesen Kurs habe ich belegt, um einen Ausgleich zu den ganzen Lernfächern zu haben. Das Singen macht mir viel Spaß und die Gruppe, sowie unser Dozent sind super.

Generell lerne ich auch in diesem Semester wieder viele Dinge, die ich in Zukunft in meiner Klasse ausprobieren und anwenden möchte. Ich lerne differenzierter zu Unterrichten und auf Dinge zu achten, die das Lernen meiner Schüler beeinflussen.

Das Praktikum jeden Donnerstag macht unglaublich viel Spaß und es ist interessant, Einblicke in ein amerikanisches Klassenzimmer zu erhalten (das ich ja selbst nur als Schülerin kennengelernt habe bisher). Mein Mentor unterrichtet Englisch und World History für die 8. Klasse. Ich konnte bereits eine eigene Stunde übernehmen und habe immer wieder die Möglichkeit kleine Aktivitäten zu leiten und in kleinen Gruppen mit den Schülern zu arbeiten. Diesen Donnerstag, darf ich zwei Englisch Stunden übernehmen, und ich bin schon sehr gespannt auf das Feedback der Klasse und meines Mentors.

Zu Beginn des Semesters wurde mir von meiner Chefin ein zweiter Job angeboten, den ich gerne angenommen habe. Dies hat aber bedeutet, neben der Uni noch 19 Stunden die Woche zu arbeiten. Ab heute reduziere ich auf 12 Stunden pro Woche und dementsprechend sollte ich auch wieder mehr Zeit haben, die Gegend weiter zu erkunden. Die Arbeit im Büro macht mir viel Spaß und ich lerne den amerikanischen Arbeitsalltag besser kennen. Hier hat man ein ganz anderes Verhältnis zu seinen Vorgesetzten und die Arbeitshaltung ist auch eine andere. Meine Kollegen sind alle sehr nett und ich freue mich über das Taschengeld, was es mir erlaubt Ausflüge zu unternehmen und entspannter zu leben (denn das Leben kostet hier ein kleines Vermögen).

Anfang Februar ist Natalie bei mir eingezogen. Wir teilen uns nun ein Zimmer und auch nach den ersten zwei Monaten verstehen wir uns noch gut. Zu Beginn war es eine Umstellung quasi nie alleine zu sein und es hat ein paar Wochen gedauert bis wir unsere Terminkalender aneinander angepasst haben, aber inzwischen läuft es total locker und ich freue mich ihr jeden Abend von meinem Tag zu berichten. In den letzten zwei Monaten hatten wir auch beide Besuch aus der Heimat und die Springbreak haben wir genutzt, um ein paar Ausflüge zu unternehmen.

Ihr merkt: von Langeweile keine Spur und ich fühle mich immer noch pudelwohl. Das Semester hat nur noch 6 Wochen und in weniger als zwei Monaten trete ich schon wieder die Heimreise an. Könnt ihr glauben wie schnell die Zeit verflogen ist? Ich nicht!

Noch habe ich einige Dinge auf meiner Liste die ich abarbeiten möchte, solange ich hier bin. Ende April möchte ich eine Bootstour machen, um Wale in freier Wildbahn zu sehen und Natalie und ich planen im Mai für ein paar Tage nach Washington DC zu fahren. Außerdem habe ich noch einige Auftritte mit meiner Acapella Guppe und viele Hausarbeiten die auf mich zukommen. Ich werde die nächsten Wochen gut beschäftigt sein und den Rest meiner Zeit hier nutzen und voll auskosten.

Gleichzeitig freue ich mich schon auf wieder auf die Heimat: auf frische Erdbeeren vom Feld, leckeres Brot, kostengünstiges Bier und ganz viele liebe Menschen.

Bis bald,

Marlene

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Roadtrip durch den Sunshine State

Vom 9. – 22. Januar habe ich mich mit meiner Mama in Florida für eine Rundreise getroffen. Dieser Blogeintrag wird also ein bisschen anders als normalerweise. Ich werde von unseren einzelnen Stationen berichten und noch ein paar allgemeine Tipps für den Florida Urlaub geben.  Zunächst aber erstmal das Wichtigste: Der Urlaub war wunderschön und ich habe es genossen Zeit mit meiner Mama an tollen Orten zu verbringen.

Orlando

Hier sind wir beide gelandet und hatten die erste Nacht im Hotel gebucht. Hier haben wir auch den Mietwagen (über Alamo) abgeholt. Unseren roten Jeep haben wir Georgie (männlich) getauft, da er ein Kennzeichen aus Georgia hatte (nicht sonderlich kreativ, I know). Der ursprüngliche Plan war, an unserem ersten Tag in Orlando die Universal Studios zu besuchen, da ich unbedingt die Harry Potter Ausstellung sehen wollte. Allerdings liegt der Eintritt bei $155 pro Person + $20 fürs Parken und dann kommen noch Essen und Trinken dazu. Das war uns das Ganze dann doch nicht wert (dementsprechend muss ich dann in Zukunft nochmal nach London reisen. Da ist sowieso die Original Ausstellung ;-)). Wir haben also beschlossen, das gesparte Geld in einem Outlet auszugeben. Wir sind in das International Premium Outlet  gefahren. Das ist quasi um die Ecke von den Universal Studios. Dort haben wir das Kofferraumvolumen unseres Autos getestet und einige wirklich schöne Sachen zu tollen Preisen erstanden (definitiv zu empfehlen!). Bis auf die Parks gibt es in Orlando nicht so wirklich viel zu sehen. Die Stadt ist architektonisch nicht besonders schön und aufregend.

Kennedy Space Center

Das Kennedy Space Center ist auch für Menschen die mit der Raumfahrt bisher nicht so viel am Hut hatten einen Besuch wert. Wir hatten uns für das Museum als Teil unserer Go Miami Card entschieden (dazu später bei Miami mehr). Das Museum besteht aus mehreren Gebäuden. Es gibt viele Modelle, Filmausschnitte und beeindruckende Fakten. Dort findet jeder etwas zum Entdecken und Staunen.

St. Augustine

Einen Nachmittag sind wir nach St Augustine gefahren. Hier gibt es eine wunderschöne Altstadt. Als wir ankamen, fing es bereits an dunkel zu werden. Wir sind also ein bisschen durch die Altstadt geschlendert. Hier gibt es viele kleine Bed & Breakfasts, Bars mit Livemusik und individuelle Läden. Hier hätten wir gerne eine Nacht verbracht (leider hatten wir schon woanders ein Motel gebucht). Unsere Empfehlung hier: Sucht euch ein Bed & Breakfast, geht abends in eine Hinterhofbar mit Livemusik und genießt die Atmosphäre. Der Strand soll übrigens auch schön sein.

Homosassa State Park

Spitzt die Ohren, denn dies war definitiv ein kleines Highlight unserer Reise. Der Homosassa State Park wird in den Wintermonaten gerne besucht, da sich dort die Manatees aufhalten, da das Wasser auch im Winter noch eine angenehme Temperatur für die Tiere hat. Der Eintritt kostet hier nicht viel, da er nicht kommerziell betrieben wird und viele Senioren ehrenamtlich dort arbeiten. Hier ist man mitten in der Natur und bekommt einen guten Eindruck von der heimischen Flora und Fauna. Beeindruckend sind die Alligatoren und wie bereits erwähnt die Manatees. Ansonsten gibt es hier noch ein Nilpferd. Dies ist das älteste Nilpferd in unserer Hemisphäre und wir hatten Glück und waren bei der Fütterung dabei. Zusätzlich gibt es noch ganz viele Vögel und andere Tiere, die in Florida heimisch sind. Hier kann man ganz entspannt einen schönen Tag verbringen. Die Preise für ein Essen dort sind auch absolut bezahlbar. Definitiv einen Besuch wert!

Crystal River Pier

Unsere nächste Station war der Crystal River Pier zum Sonnenuntergang. Dies wurde uns von einer Dame im Motel empfohlen und es war wirklich schön. Der Pier ist klein und nicht touristisch. Hier gehen viele Einheimische mit ihren Hunden Gassi und sind auch aufgeschlossen für ein Gespräch. In solchen Gesprächen bekommt man oft gute Tipps für die nächste Mahlzeit oder Attraktionen in der Gegend.

Tarpon Springs

Tarpon Springs ist bekannt für die Schwämme, die dort in der Gegend wachsen und die man in fast jedem Laden am Wasser kaufen kann. Die Stadt hat ein griechisches Flair und lädt zum Bummeln ein. Wir haben einen halben Tag in der Stadt verbracht und das war für uns ausreichend. Wir haben direkt am Wasser bei Dimitri’s (Achtung Restaurantempfehlung!) gegessen. Hier kann man auf der Terrasse sitzen und den Booten zuschauen. Der Service war freundlich und flott und das Essen war sehr lecker und nicht überteuert. Natürlich mussten wir auch einen Schwamm kaufen. Ich habe meinen Schwamm nun seit einer Woche in Benutzung und bin ganz begeistert. Ich hätte mir definitiv noch einen zweiten, größeren kaufen sollen.

Clearwater Beach

Am Clearwater Beach haben wir unseren ersten Strandtag verbracht. Der Sand am Strand ist ganz fein und fast weiß. Hier kann man sehr entspannt ein Buch lesen, am Wasser spazieren gehen und Leute beobachten. Am Pier 60 gibt es zum Sonnenuntergang live Musik, fliegende Händler und einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang. Hier kann man sehr gut einen halben Tag oder sogar einen ganzen Tag verbringen. In der Parallelstraße zum Strand gibt es viele Cafés, Bars und Restaurants.

St. Petersburg

Jeden Samstag gibt es in St. Petersburg einen Wochenmarkt mit allem was man sich nur wünschen kann. Es werden Spezialitäten aus der Gegend angeboten, Schmuck und andere Accessoires. Des Weiteren gibt es viele Food Trucks, an denen man ein leckeres Mittagessen bekommt. Wir haben uns für einen Pulled Chicken Burger mit Cole Slaw entschieden und waren ganz begeistert. Ein absolutes kulinarisches Highlight. Am Nachmittag haben wir das Dalí Museum besucht. Hier gab es noch eine Sonderausstellung von Frida Kahlo. Der Eintrittspreis ist mit Kunstmuseen in Deutschland vergleichbar aber trotzdem ist es bei einem Besuch in der Gegend zu empfehlen. Dank Audioguide erfährt man viel über den Künstler und seine Werke. Am Nachmittag sind wir noch ein bisschen durch die Straßen gewandert. Auch hier gibt es viele schöne Cafés und Restaurants die zum verweilen einladen. Ebenfalls schön ist St. Pete´s Beach. Der Sand ist sehr hell und weich  und die Gegend einfach schön.

Ringling Museum in Sarasota

Hier haben wir einen Stopp eingelegt auf dem Weg von St. Petersburg nach Fort Myers. Das Ringling Museum ist ein Zirkus- und Kunstmuseum. Hier kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Die Museumsgebäude befinden sich in einer Parkanlage, die selbst schon einen Besuch wert ist. Es gibt einen Miniaturzirkus, Zirkuswägen, original Kostüme, Videoausschnitte und Stationen zum selbst ausprobieren. Für die ganze Familie ist was dabei. Im Kunstmuseum gibt es eine Ausstellung mit asiatischen Kunstgegenständen, sowie Räume mit Gemälden aus unterschiedlichen Epochen.  Dieses Museum würde ich mir auch in Deutschland wünschen.

Fort Myers

In Fort Myers selbst gibt es nicht so viel zu sehen. Hier habe ich aber erneut eine Empfehlung fürs Abendessen. Das Restaurant nennt sich Mel’s Diner (hat 4-5 Locations in der Gegend). Hier gibt es traditionell amerikanische Küche zu super Preisen. Der Service ist spitze und der Key Lime Pie (sollte man in Florida unbedingt probieren) hat Auszeichnungen gewonnen. Wir waren sogar zwei Mal dort, weil es auf der Karte so viele leckere Sachen zu probieren gibt (und weil unser Motel nur wenige Minuten entfernt war). Ansonsten haben wir hier in der Gegend das Miromar Outlet besucht. Dies ist ähnlich wie das Outlet in Orlando. Die meisten Outlets sind wie eine kleine Stadt aufgebaut und laden dazu ein, den Tag dort zu verbringen. Die Läden sind häufig ähnlich und auch die Angebote variieren nur wenig. Mindestens ein Outlet sollte man sich trotzdem während der Floridareise anschauen (besonders jetzt, wo der Wechselkurs so ein Mist ist und das Shoppen in einer normalen Mall sich kaum noch lohnt).

Naples

Naples ist eine Stadt am Meer die mich persönlich an Nizza oder andere schöne Städte im Süden erinnert. Hier ist alles sehr chic und gepflegt und die Preise steigen dementsprechend auch gleich an. Hier gibt es einen sehr alten Pier, auf dem man schön den Sonnenuntergang anschauen kann. Der Strand von Naples ist nicht sehr breit aber trotzdem sehr schön. Die Atmosphäre auf der Einkaufsstraße ist gehoben und viele Promis haben hier ihren Zweit- Dritt-…Wohnsitz. Uns ist leider niemand begegnet (oder wir haben die Promis ungeschminkt einfach nicht erkannt).

Sanibel Island

Gut aufgepasst, hier kommt eins meiner absoluten Lieblingsausflugsziele. Bowman’s Beach auf Sanibel Island ist ein Muschelstrand. Dementsprechend liegt man hier nicht ganz so weich wie auf den Sandstränden aber ich habe noch nie so viele schöne Muscheln und Schneckenhäuser an einem Ort gesehen. Hier ist es wirklich wunderschön und gleichzeitig sehr naturbelassen. Das war mein persönliches Highlight auf dem Trip und ich würde es jedem ans Herz legen. Der Rest der Insel ist auch sehr schön. Es lädt zum erkunden und entdecken ein.

Sawgrass Mills

Dieses Outlet ist das größte in Südflorida und wurde uns von unserer Reiseagentur empfohlen und wir hatten die Unterkunft in der Nähe bereits im Voraus gebucht. Das Outlet ist wirklich riesig und der Vorteil ist, dass der größte Teil überdacht ist. Allerdings war es auch in der Nebensaison sehr voll und die Angebote waren nicht immer so gut wie in den beiden vorigen Outlets. Allerdings gibt es eine Cheesecake Factory und somit hatten wir ein leckeres Mittagessen. Wir würden dieses Outlet nur bei schlechtem Wetter empfehlen oder wenn es das Einzige auf der Route ist.

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Miami Seaquarium

In Miami haben wir unsere Reise ausklingen lassen. Wir hatten die Go Miami Card gebucht und hatten damit die Möglichkeit 3 Tage lang Museen und Touren für umsonst zu besuchen. Die Attraktionen hierzu findet man online. Wir haben unseren ersten Tag in Orlando im Kennedy Space Center genutzt und die weiteren zwei Tage in Miami. Das Miami Seaquarium war eigentlich nicht auf unserer Favoritenliste, da wir von Sealife in Deutschland nicht wirklich begeistert waren. Allerdings wurden wir hier eines besseren belehrt. Die Tiere haben eine liebevolle und enge Bindung zu ihren TrainerInnen und das Wohl der Tiere steht an oberster Stelle. Ein Beispiel hierfür: Die Trainerin des Killerwals und der Killerwal arbeiten bereits seit 12 Jahren als Team zusammen und das sieht man auch. Die Shows waren beeindruckend und wir haben den echten Flipper aus den Filmen in Action gesehen. Uns hat der Ausflug sehr gut gefallen.

Hop On Hop Off Bus Tour

Diese Tour führte uns durch ganz unterschiedliche Ecken Miamis. Wir waren in Little Havanna zum Mittagessen, haben die Kunst in Wynwood bestaunt und schöne Nachbarschaften in Coral Gables gesehen. Hier kann man sich verschiedene Routen aussuchen. Unsere Tourguides waren alle sehr engagiert und hatten unterschiedliche Schwerpunkte. So konnten wir einen guten Überblick über die Stadt mit den unterschiedlichen Stadtteilen bekommen. Dies ist empfehlenswert, wenn man nur einige wenige Tage in der Stadt bleibt.

Duck Tours South Beach

Am South Beach haben wir uns noch für eine Duck Tour entschieden. Hier befindet man sich in einem Amphibienfahrzeug und ein Teil der Tour findet im Wasser und der andere Teil an Land statt. Wir konnten also einige Villen von Prominenten und aus Filmen vor Miami Beach sehen. Desweiteren sind wir durch das bekannte Art Deco Viertel gefahren und konnten die Architektur bestaunen. Diese Tour hat uns nochmal einen anderen Blick auf South Beach verschafft.

Miami Beach

Unser Hotel lag am Mid Beach in Miami Beach und wir haben es uns hier wirklich gut gehen lassen. Das Frühstück war sehr üppig, frisch und so unglaublich lecker nach 10 Tagen mit Pfannkuchen, Waffeln und Bageln zum Frühstück (Continental Breakfast in Motels ist halt nicht das Gelbe vom Ei). Der Strand von Miami Beach ist meiner Meinung nach nicht so schön, wie die Strände die wir an der Westküste Floridas gesehen haben. Der Sand erinnert eher an die Nordsee. Allerdings führt eine Promenade kilometerlang am Strand entlang, die sehr schön ist. Desweiteren sollte man sich in Miami den Ocean Drive nicht entgehen lassen. Dort sieht man ein Rennauto nach dem anderen und eins schöner oder verrückter als das andere. Das ist wirklich beeindruckend (auch für mich als Nicht-Autokenner).

Roadtripping generell

Jetzt noch einige Infos zu unserem Roadtrip generell. Wir waren in der Nebensaison unterwegs und demenstprechend waren die Parkplätze häufig fast leer (Parkgebühren muss man trotzdem überall zahlen) und wir mussten so gut wie nie in einer Schlange stehen. Die Temperauren lagen zwischen 15-27 Grad und das war absolut perfekt, um die Gegend zu erkunden und sich trotzdem von Zeit zu Zeit mal an den Strand zu legen. Einen Tipp den wir von Freunden bekommen haben, wenn man im Sommer unterwegs ist: Kauft euch zu Beginn eine Kühlbox  und füllt diese täglich frisch mit Eis, damit ihr immer kalte Getränke habt. Die Benzinpreise in den USA sind um einiges günstiger als in Deutschland. Wir haben uns häufig Motels etwas außerhalb gesucht und sind dann an die Strände gefahren. Das ist um einiges günstiger als direkt am Strand zu wohnen. Mobiles Internet auf dem Handy ist ebenfalls empfehlenswert. Hotelbewertungen online sind oft sehr zuverlässig. Desweiteren ist es oft günstiger das Motel online zu reservieren als am Abend direkt dort einchecken und bezahlen zu wollen. Mehr Tipps und Tricks fallen mir momentan nicht ein.

Ich hoffe ihr konntet einen guten Eindruck von unserer Reise bekommen und vielleicht sind die Tipps ja für den ein oder anderen nützlich, der selbst plant nach Florida zu reisen. Unser Fazit: Florida ist definitiv eine Reise wert! Solltet ihr Fragen etc. haben, meldet euch gerne bei mir oder hinterlasst einen Kommentar 🙂

Bis bald,

eure Marlene

Allgemein

Semesterferien – oh what a joy!

Hallöchen,

es ist schon wieder ein bisschen Zeit vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Zunächst einmal wünsche ich euch allen ein glückliches, erfolgreiches und vorallem gesundes Jahr 2017! Ich freue mich, dass so viele liebe Menschen diesen Blog lesen, um an meinem Leben, meinen Erfahrungen in den USA und kleinen Abenteuern teilzuhaben.

Die Weihnachtsfeiertage habe ich mit Freunden verbracht. Wir haben gemeinsam gekocht, Wein getrunken und amerikanische Weihnachtsfilme geschaut (meine Empfehlung hier: Miracle on 34th Street). Es war sehr entspannt und schön aber es hat sich nicht so wirklich wie Weihnachten angefühlt. Natürlich gab es Geschenke aber es war gleichzeitig auch ein Wochenende wie jedes andere. Weihnachten ohne Traditionen und Familie ist also kein richtiges Weihnachten habe ich beschlossen. Ich freue mich also schon auf das Weihnachten 2017 inklusive singen in der Kirche, Fondue, schicken Klamotten, einem Tannenbaum, Weihnachtsliedern und vorallem meiner Familie!

Nach Weihnachten hatte ich sehr entspannte Tage. Ich habe endlich Zeit gefunden Grey’s Anatomy auf Netflix fertig zu schauen, ein paar Bücher zu lesen, mich auf das kommende Semester vorzubereiten und ein wenig die Gegend weiter zu erkunden.

Silvester habe ich mit Erik und Cristina in Boston verbracht. Wir haben uns um 19 Uhr das Familienfeuerwerk im Park angeschaut. Danach gab es noch einige Eiskunstläufer die ihr Können präsentiert haben und Musik. Wir waren anschließend gut Essen und Trinken und haben auf das neue Jahr angestoßen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg gemacht haben.

Anfang Januar ist Akito in unserem Haus eingezogen. Jetzt habe ich einen Kommilitonnen und Freund als Mitbewohner. Wir haben also erstmal Pläne geschmiedet und die Schränke mit Einkäufen aufgefüllt. Ein kleines persönliches Highlight war unser Besuch in der Boston Public Library. Dort herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Im großen Lesesaal sieht es ein wenig aus wie in der großen Halle aus den Harry Potter Filmen. Es gibt ein schönes kleines Café, einen Innenhof und ein schickes Restaurant. Einen Besuch hier würde ich jedem empfehlen, der nach Boston kommt. Bisher einer meiner persönlichen Lieblingsorte.

Donnerstag habe ich meine Freundin Kara aus meinem High School Jahr in Providence getroffen und wir waren zusammen eislaufen. Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Eisbahn und wir haben viel gelacht und Spaß gehabt. Danach haben wir bei einem gemeinsam Abendessen Erinnerungen und Geschichten ausgetauscht. Es war schön und mich hat es gefreut, dass wir uns immernoch so gut verstehen, obwohl wir uns nur alle 2-3 Jahre mal für wenige Stunden sehen.

Jetzt schneit es hier und ist ziemlich kalt. Deshalb flüchte ich morgen erstmal in wärmere Gefilde. Es geht für zwei Wochen mit meiner Mama auf einen Roadtrip durch Florida. Ich freue mich bereits riesig und der Koffer ist auch schon gepackt. Macht euch also auf viele Bilder und einen Reisebericht  gefasst, sobald ich wieder in Boston bin.

Im Anhang schicke ich euch wie immer ein paar Ein

drücke der letzten Wochen.

Bis bald und liebe Grüße,

Marlene

 

Allgemein

Erstes Semester? – Mission accomplished!

Fröhliche Weihnachten ihr Lieben!

Ich habe schon ziemlich lange nicht mehr gebloggt und das aus einem sehr guten Grund: FINALS! Die letzten drei Wochen habe ich mehr oder weniger Tag und Nacht mit Hausarbeiten und Study Guides für meine Semesterabschlussprüfungen verbracht. Unglaublich, dass das erste Semester jetzt schon vorbei ist. Von einigen Ereignissen der letzten Wochen möchte ich allerdings doch berichten. Die Lernpausen habe ich natürlich versucht effektiv zu nutzen 🙂

Am ersten Advent habe ich Weihnachtsplätzchen gebacken. Dieses Jahr gibt es nur Butterplätzchen und Kokosmakronen. Die sind allerdings besonders gut geworden. Omas Geheimtipp: Einen Kochlöffel in die Backofentür klemmen, damit die Makronen trocknen können und nicht matschig werden.

In der Woche vom zweiten Advent hatten wir zwei Auftritte mit Ladies First. Die Mädels sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf das nächste Semester zusammen. Nach dem letzten Auftritt haben wir eine Pizza Party an der Uni veranstaltet und haben dann in der Uni übernachtet. Auf so eine Idee würde in Deutschland wahrscheinlich niemand kommen, aber die Mädelsnacht im Seminarraum war wirklich mal eine neue und unheimlich spaßige Erfahrung.

Am dritten Advent haben wir mit den Austauschschülern in einem europäischen Restaurant gegessen und gewichtelt. Es war schön nochmal alle beisammen zu haben. Die meisten von uns sind jetzt nämlich nach Hause zu ihren Familien geflogen, um gemeinsam mit ihnen die Feiertage zu verbringen. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Ich wäre natürlich gerne zuhause, um mit meiner Familie Weihnachten zu feiern aber meiner Meinung nach gehört es zu einem Auslandsjahr dazu, auch die Feiertage dort zu verbringen. Die emotionale Achterbahnfahrt gehört einfach dazu und so freue ich mich auf die Feiertage mit meinen Freunden. Davon werde ich dann in ein paar Tagen berichten.

Am 15. Dezember war mein letztes Seminar. Der Abschied von einigen Kursen und Seminaren war gar nicht so einfach. Ich hoffe ich sehe viele meiner Kommilitonen in den Seminaren im nächsten Semester wieder. Zwei Dozenten habe ich für das kommende Semester wiedergewählt. Ich denke das spricht für sich.

Das Wochenende vom vierten Advent habe ich bei meiner Freundin in Wilbraham (im Westen von Massachusetts) verbracht. Michaela hat mich eingeladen, das Wochenende mit ihrer Familie zu verbringen und ich habe es sehr genossen. Wir haben zusammen Spekulatiusmänner gebacken, den Weihnachtsbaum dekoriert, waren auf einer Cookie Decorating Party (Ja, sowas gibt es hier) und sind in die Kirche gegangen. Ich glaube ich habe mich das ganze Semester noch nicht so amerikanisch gefühlt. An dem Wochenende hat es auch das erste Mal so richtig geschneit. Leider ist der Schnee nur einen Tag liegen geblieben weil es dann geregnet hat. Aber einen Tag lang war es ein Winter Wonderland in einer amerikanischen Kleinstadtidylle. Da kam zum ersten Mal so richtig Weihnachtsstimmung auf.

Vergangene Woche hatte ich noch zwei Klausuren und seit Dienstag ist mein Semester offiziell vorbei. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, aber es scheint sich ausgezahlt zu haben. Eine Note fehlt mir noch und demnach weiß ich noch nicht, ob ich mein Ziel erreicht habe. Aber ich bin ziemlich nah dran. Davon werde ich euch also berichten, sobald die letzte Note online ist.

Gestern habe ich meine Weihnachtseinkäufe abgeschlossen und mir einen neuen Koffer für die Floridareise im Januar gegönnt. Ich habe sogar Christstollen in einem Laden gefunden. Den gibt es morgen zum Nachtisch. Ich werde Weihnachten mit zwei Freunden bei mir zuhause feiern. Ich koche (hoffentlich inspiriert mich morgen irgendwas im Supermarkt) und danach gibt es die Bescherung und amerikanische Weihnachtsfilme.

Im Anhang schicke ich euch wie immer ein paar Bilder, damit ihr einen kleinen Eindruck von der amerikanischen Weihnachtsstimmung und meinem Dezember bekommt.

 

Ich wünsche euch nun von ganzem Herzen besinnliche Weihnachten. Genießt die Zeit mit allen euren Lieben und feiert bis zum Umfallen. Lasst euer Handy in der Tasche und konzentriert euch auf euer gegenüber. Teilt gemeinsame Erinnerungen und eure schönsten Momente aus 2016. Sagt eurer Familie und euren Freunden wie lieb ihr sie habt, esst ganz viele Kekse und gönnt euch ein paar entspannte und vielleicht sogar magische Stunden!

Weihnachtliche Grüße,

Marlene

Allgemein

My first real roadtrip

Hallöchen ihr Lieben,

die Zeit fliegt weiterhin an mir vorbei und es ist Zeit euch von meinem unglaublich genialen Thankgiving Wochenende zu berichten.

Am Donnerstag war hier Thanksgiving und das heißt ich war bereits am Montag groß einkaufen und habe so ziemlich den ganzen Mittwoch in Küche und Esszimmer mit Vorbereitungen verbracht. Meine Vermieter waren mit ihrer Familie in Florida und so konnte ich Gastgeberin bei unserem internationalen Thanksgiving Family Dinner spielen.

Am Donnerstag haben wir uns nachmittags getroffen, um noch einige Dinge gemeinsam zu kochen. Ich habe den amerikanischen Part übernommen und den Truthahn, Kartoffelbrei, Bratensoße und Apple Crumble zu machen. Ansonten gab es koreanisches, chinesisches, japanisches und französisches Essen. Die Auswahl war üppig und alles hat super lecker geschmeckt.Nach ein paar Gläsern Wein haben wir dann angefangen Werwolf zu spielen und internationale Musik zu hören. Es war ein sehr gelungener Abend an dem jeder viel Spaß hatte.

Am Freitag war ich nachmittags shoppen. Das gehört sich hier so an Black Friday. Ich habe jetzt endlich Winterschuhe und eine Fleecejacke und auch alle Weihnachtsgeschenke. Der Sale hat sich für mich also auf jedenfall gelohnt.

Samstag früh hat dann schon um 5 der Wecker geklingelt. Aufstehen, duschen, Rucksack auf und los in Richtung Flughafen. Hier hat unser Mietwagen auf uns gewartet. Es wurde nämlich Zeit für unseren ersten richtigen Roadtrip. Unser Ziel waren Rochester und die Niagara Fälle. Die Fahrt war sehr entspannt. Die Autobahnen sind bei weitem nicht so dicht befahren wie in Deutschland und die Weite ist einfach beeindruckend. Stellt euch vor ich hört Jack Johnson, John Mayer und Oasis und fahrt mit guten Freunden durch die Weite des Staates New York. Ich glaube ich habe mich selten so zufrieden in einem Moment gefühlt. Unser erster Stop nach knapp 7 Stunden Fahrt war der Letchworth State Park. Er wird auch Grand Canyon von New York genannt und der Park ist wirklich super schön. Ich denke zu einer anderen Jahreszeit wäre es noch schöner gewesen, so sah alles etwas trist und tot aus aber beeindruckend war es trotzdem. Danach ging es in unser Air B&B für die Nacht nach Rochester. Wir haben gemeinsam gekocht und danach noch einen Film geschaut. Die Müdigkeit hat uns dann ziemlich schnell ins Bett getrieben. Mein Zimmergenosse hat mir leider nicht mitgeteilt, dass er nachts schnarcht und somit war bei mir nicht so viel mit Schlaf. Aber der Wecker hat ja auch schon wieder früh geklingelt. Noch knapp 1 1/2 Stunden Fahrt lagen vor uns bis zu den Niagara Fällen an der kanadischen Grenze. Der erste Blick auf die Niagara Fälle war unglaublich. Ein Regenbogen über dem Wasser und dann das ständige Rauschen im Hintergrund. Wir haben dann beschlossen noch auf die kanadische Seite zu laufen. Verrückt wie man einfach über eine Brücke läuft und in einem anderen Land ist. Die kanadische Seite ist nochmal um einiges beeindruckender und ich würde jedem empfehlen diese zu besuchen, wenn er zu den Niagara Fällen fährt. Wir hatten leider nur ein kleines beschränktes Zeitfenster aber wir haben definitv das Beste rausgeholt.Die Rückfahrt war sehr entspannt. Alle waren ziemlich müde und nicht sonderlich gesprächig. Abends um 11 waren wir dann alle wieder zuhause.

Ich hänge euch wie immer einige Bilder an, damit ihr einen besseren Eindruck von der Landschaft und meinen Reisepartnern bekommt. Ich glaube so einen Roadtrip sollte man in den USA auf jedenfall mal gemacht haben. Trotz der vielen Zeit im Auto habe ich viel gesehen und ein wunderbares Wochenende gehabt.

Jetzt ruft die Uni wieder. In zwei Wochen enden die Seminare und dementsprechend müssen jetzt die ganzen letzten (zeitaufwendigen) Hausarbeiten geschrieben werden. Diese Woche habe ich auch noch zwei Auftritte mit Ladies First und eine Übernachtung in der Uni mit den Mädels. Ansonsten besteht mein Leben momentan aus Arbeit, Uni und ganz vielen Hausaufgaben. Ich hoffe es zahlt sich am Ende aus und ich erreicht mein vorgenommenes Ziel.

Fühlt euch alle ganz lieb gedrückt!

Bis bald, eure Marlene

Allgemein

Noch 34 Tage bis Weihnachten oder auch 1/3 meiner Zeit ist schon um…

Hallo ihr Lieben,

die Zeit vergeht wie im Flug. Ich weiß ich sage das eigentlich in jedem Blogeintrag aber es stimmt. Ich weiß gar nicht wo die letzten 2 Wochen schon wieder geblieben sind. Dieses Mal ist neben der Uni nicht so viel Zeit für Unternehmungen geblieben aber ein bisschen was habe ich trotzdem erlebt.

Mein Besuch an der Peabody Elementary School in einer 5. Klasse ist nun schon fast zwei Wochen her. Es war ein super interessanter Tag, an dem ich viel beobachten konnte. In der Klasse mit 24 Schülern haben 9 Schüler einen IEP (Individual Education Plan – bekommen Schüler mit anerkannter Behinderung/Lernschwäche z.B. ADS/ADHS, Legasthenie, Autismus…). Da wurde mir erstmal bewusst, was ein Lehrer eigentlich alles leisten muss. Inklusion ist in den USA weiter fortgeschritten als in Deutschland. Im Laufe des Schultags kamen verschiedene Lernhelfer für unterschiedliche Fächer und unterschiedliche Schüler in die Klasse, um individuell zu fördern. Die Zusammenarbeit mit der Kollegin der anderen 5. Klasse war sehr eng und förderlich. Der Austausch an Wissen und Materialien an nur einem Tag hat mich wirklich begeistert. Mein kleines persönliches Highlight war direkt in der ersten Stunde: Civics. Hier unterrichten momentan zwei Harvard Studenten die Klasse und sie hatten einen Gast dabei: Michael Blake, ein Assemblyman aus New York. Er hatte an zwei Obama-Kampagnen und an der diesjährigen Clinton-Kampagne mitgearbeitet. Auf die Frage, ob er selbst einmal plant für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, hat er nur gegrinst. Leider habe ich zu spät geschaltet und nicht nach einem Foto gefragt, denn wer weiß….vielleicht habe ich den zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten kennengelernt.

An dem Wochenende war ich mit Freunden auf dem Mount Auburn Cemetary. Das ist zwar ein Friedhof aber gleichzeitig auch ein Naturschutzgebiet mit einem Turm, von dem aus man einen tollen Blick auf Boston hat. Hier haben wir einige Stunden verbracht und das schöne Herbstwetter genossen. Abends bin ich Natalie und Erik ins Kino gegangen. Wir haben Arrival geschaut. Am Anfang war ich nicht so motiviert, als ich gehört habe, dass es in dem Film um Aliens geht. Eigentlich sind die Aliens aber nur zweitrangig und es geht um Linguistik. Ich würde den Film auf jedenfall weiterempfehlen (auch für Menschen die keine Alienfilme mögen).

Die vergangene Woche war dann ziemlich unilastig. Es sind nämlich nur noch 3 Wochen vom Semester übrig (Ist das zu glauben?) und davon ist eine Woche Thanksgiving und die meisten Kurse fallen aus. Dementsprechend sind auch viele Final Papers und Präsentationen fällig. Ich vergrabe mich also immer öfters hinter meinem Laptop und Büchern. Am vergagenen Freitag hatten wir dann ein vorgezogenes Thanksgiving Dinner mit den internationalen Studenten. Dies wurde von der Uni organisiert und es war große Klasse. Es gab Truthahn, Kartoffelbrei, Bohnen, Mais, Stuffing, Soße, Kürbissuppe und Kuchen. Ich bin wirklich gespannt, ob unser selbstkreiertes Essen an Thanksgiving mithalten kann. Am Samstag Abend war ich bei einer A capella Aufführung an meiner Uni und am Sonntag bei einem Theaterstück der Suffolk University in Boston mit Ronnie und Elektra.

Seit Samstag sind außerdem meine Vermieter im Urlaub. Ich habe also wieder Hundedienst und auch schon beschlossen, dass es fast nicht möglich ist als Student alleine einen Hund zu halten. Ich habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen wenn ich ihn für mehr oder weniger den ganzen Tag alleine zu Hause lasse.

Später gehe ich dann für unser Thanksgiving Dinner einkaufen. Ich werde mich zum ersten Mal in meinem Leben an einen Truthahn machen  und ich bin schon ganz gespannt wie das laufen wird. Ich werde auf jedenfall davon berichten. Gestern hat es zum ersten Mal geschneit. Fahrrad fahren ist also gar nicht mehr so cool. Mal schauen wie lange es noch möglich ist ohne zu rutschen.

Und es gibt noch weitere Neuigkeiten: Ab Februar wird Natalie bei mir einziehen. Wir werden beide zum ersten Mal ein Zimmer teilen, freuen uns aber schon darauf und sehen es als Herausforderung und Teil der Erfahrung.

Das war es erstmal von meinen Erlebnissen. Nach Thanksgiving melde ich mich wieder. Ich hoffe es geht euch gut und ihr habt schon Ideen für Weihnachtsgeschenke. Bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich nämlich schon fertig mit dem Weihnachtsshopping 🙂

Liebe Grüße,

eine verfrorene Marlene

 

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Tag 1 nach der Wahl

Guten Morgen ihr Lieben,

eigentlich sollte ich jetzt ins Bett gehen, statt diesen Eintrag zu schreiben aber ich bin noch immer sehr aufgewühlt. Der Tag heute war emotional sehr anstrengend und ich möchte mir gar nicht vorstellen wie schrecklich er für viele meiner amerikanischen Freunde hier war. Deshalb habe ich beschlossen einen weiteren Blogeintrag zu schreiben, um ganz persönliche Einblicke in meinen ersten Tag nach der Wahl zu ermöglichen.

Meine Universität hier, Lesley University, ist eine der liberalsten Hochschulen an der Ostküste und wird nicht umsonst von einigen Studenten Lesbian Lesley genannt. Fasst dies jetzt bitte nicht negativ auf, denn so ist es absolut nicht gemeint. Die Menschen hier sprechen positiv von unserer Uni. Sie ist einfach unglaublich offen und tolerant allen Menschen gegenüber und hat ein riesengroßes Netzwerk an Unterstützern. Deshalb wird man an unserer Uni auch (so gut wie) keinen Unterstützer von Trump finden und ganz viele Unterstützer von Hillary.

Als ich meinen Blogeintrag heute Morgen geschrieben habe, hatte ich das Haus noch nicht verlassen. Das waren nur meiner ersten Eindruck nach den Reaktionen auf Facebook, Whatsapp, Email und unserer Uniseite. Inzwischen habe ich viele weitere Einblicke in die Gedanken meiner amerikanischen Freunde gewinnen können und diese möchte ich mit euch teilen.

Den ersten Kommentar den ich heute an der Uni aufgeschnappt habe, sollte die Stimmung ein wenig lockern. Ein Kommilitone hat gewettet, dass bei der Präsidentschaftswahl 2020 Michelle Obama gegen Kanye West antreten wird. Danach hatte ich mein erstes Seminar, in dem die Stimmung sehr gedrückt war. Normalerweise ist das eine Klasse voller Energie und Diskussionen. Heute hat jeder eher seinen eigenen Gedanken nachgehangen. Danach bin ich zu meinem zweiten Seminar gelaufen und habe auf dem Weg einige Kommilitonen getroffen, die alle noch sehr ungläubig und traurig oder wütend waren.

Ich hoffe ich kann die Erfahrungen aus meinem zweiten Seminar einigermaßen verständlich auf Deutsch auf Papier bringen. Dies war mein Effective Classroom Climate Seminar, in dem wir eine unglaubliche starke Bindung zueinander haben. Dieses Seminar ist ein sicherer Ort (er repräsentiert wie Unterricht sein sollte), an dem man seine Gedanken und Gefühle offen teilen kann und Fragen stellen kann. Hier findet man immer Unterstützung und gute Ratschläge. Dieses Seminar war genau der richtige Ort, um die Wahl ein wenig zu verarbeiten. Unsere Dozentin Kellee (Afroamerikanerin, Mutter von zwei Töchtern und Lehrerin einer 5. Klasse) hat damit angefangen uns zu sagen, dass wir uns heute nicht mit dem Lehrplan befassen, sondern uns um uns und die aktuelle Situation kümmern werden. Sie hat uns zunächst von sich erzählt und wie sie die Wahlergebnisse aufgenommen hat. Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen, weil sie überlegt hat, wie sie das Ganze ihren Töchtern und ihrer Klasse beibringen soll. An diesem Punkt war auch das letzte Auge in unserem Kurs nicht mehr trocken. Kellee hat ihrer ältesten Tochter erklärt, dass sie einmal Präsidentin werden kann, aber das Land noch etwas Zeit braucht und einfach noch nicht ganz bereit ist für solch große Veränderungen. Danach hat sie uns von ihrem Schultag berichtet. Sie konnte kaum einen Schritt in die Schule machen ohne Menschen zu umarmen, gemeinsam zu trauern und einige Worte zu wechseln. In ihrer Klasse hat sie die Schüler versammelt, um mit ihnen gemeinsam über den Wahlausgang zu sprechen. Sie hat das System von checks und balances erklärt, und ihren Schülern damit die Angst genommen, dass Trump zum Diktator wird. Kelle hat ihnen erklärt, dass eine Amtsperiode nur vier Jahre dauert und danach wieder die Möglichkeit für Veränderung da ist und das falls Trump sich als Präsident nicht bewährt, die Bürger dann einen anderen Kandidaten wählen können. Das wichtigste an so einem Tag ist es den Schülern die Angst zu nehmen und ihnen einen sicheren Ort zu ermöglichen um ihre Gedanken zu sortieren und zu teilen. Hier in dieser Region gehen viele Latinos und Hispanics zur Schule. Viele Kinder haben Angst das sie und ihre Familien abgeschoben werden. Diese Angst muss ihnen zunächst einmal genommen werden. Danach habe wir im Seminar unsere Gedanken geteilt. Kaum einer konnte ohne Tränen in den Augen sprechen, weil sie so bewegt waren und immernoch sind.

Am Ende des Seminars hat uns Kellee etwas ganz wichtiges gesagt und das ist der Grund warum ich diesen Eintrag ursprünglich schreiben wollte, denn ihre Aussage hat mich sehr bewegt. Kelle hat an uns als zukünftige Lehrkräfte appelliert. Sie hat uns bewusst gemacht, welch großen Einfluss wir auf unsere Schüler haben werden und das wir die Möglichkeit haben, diese Kinder und jungen Erwachsenen zu bilden, aufzuklären und zu sensibilisieren. Sie hat uns bewusst gemacht, dass wir Superheldenkräfte haben und das wir diese Nutzen müssen, um unseren Schülern das unglaubliche Potential von Vielfalt näherzubringen. Wir haben die Chance und die Aufgabe jungen Donald Trumps beizubringen, dass eine andere sexuelle Orientierung keine Krankheit ist und das Menschen ihre Herkunft nicht beeinflussen können.
Wir haben die Aufgabe jegliche Minderheiten in unserem Klassenzimmer zu vertreten, zu fördern und zu stärken. Dies ist die wichtigste Lektion, die ich von diesem Tag mitgenommen habe.

Heute Abend hat eine Sportveranstaltung von Lesley stattgefunden und ich habe heute morgen schon kurz berichtet, wie die Reaktionen der Mädels zum Singen der Nationalhymne waren. Wir haben uns dazu entschieden, als Gruppe einige Worte vor dem Singen der Nationalhymne zu sagen.

„Before we sing our National anthem tonight, we as Ladies First would just like to say a few things as a unit. This morning as we all awoke to the reality of last nights election results, we pondered in our group text with one another, how we were going to get through singing this anthem tonight without feeling ashamed for the future that lies ahead of us, With that said, we want you all to know that tonight we sing this anthem for the America that we all still believe in. We sing it for all the members of those minority communities who are feeling scared right now, we are singing this united with you and we are singing this for you, and we want you all to know that we stand in solidarity with you all as we move forward as a nation. We will always stand by love.“

Danach haben wir alle gemeinsam die Hymne gesungen und danach den Abend ausklingen lassen. In den Medien habe ich jetzt die ersten Proteste gesehen und auch in Boston und Cambridge gibt es erste Demos und Zusammenkünfte. Ich habe das Gefühl hier in der Gegend wird es eine Anti-Trump Bewegung geben und ich werde weiterhin die Geschehnisse beobachten, für meine Freunde hier da sein und euch von meinen Erfahrungen in dieser schwierigen Situation berichten.

Jetzt muss ich aber wirklich ins Bett, da der Wecker in weniger als 6 Stunden schon wieder klingelt, weil ich den Tag in einer 5. Klasse verbringen werde. Ich hoffe mein Blogeintrag hilft euch, die Situation hier ein bisschen nachvollziehen zu können. Mir hilft es auf jedenfall über diese Momente zu schreiben.

Marlene

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